Neues Jahr, neues Glück

Ist es nicht verrückt, wie schnell es immer geht? Ich kann mich noch an die letzte Silverparty in Puerto del Carmen gut erinnern und es kommt mir wie vor drei Monaten vor.

Viel Wasser ist allerdings seitdem unter den Brücken (dem Kiel) gefloßen. Wichtige Entscheidungen, neue Wege, Flaute und Sturm.

Es war ein wunderschöner Sommer auf Sardinien, wir haben ordentlich Vitamin D tanken können (ich war für meine Verhältnisse sogar braun!). Türkisfarbenes Wasser, schöne Buchten, gutes Essen und nette Gäste. Am beeindruckendsten finde ich das Inselchen Tavolara. Unabhänig von dem intressanten Vorgeschichte bietet es so viel. Schöne Strände, aber auch für mich sehr ansprechend, tolle Wanderwege.


Im allerersten Törn im Saison war mein Kumpel Markus zu Besuch. Es war noch im Mai und das Wetter spielte noch nicht ganz so mit. Die ersten beiden Tagen waren stürmich und verregnet, zum Glück besserte es sich unter der Woche. Zusammen haben wir das Naturschützgebiet in Aranci erforscht, englische Friedhöfe entdeckt, einen Esel angefreundet und was für mich echt eine Leistung ist – im 18° „warmes“ Wasser gebadet!


Ich kann mich gut an die Woche erinnern wo meine Mutter zu besuch war. Geführt vom Meisterjäger Anton sind wir am Abend ein Stück vom Berg hochgewandert und haben uns auf einen spektakulären Sonnenuntergang vorbereitet. Leider, gerade in dem Moment wo die Sonne unterging, zogen Wolken auf. Trotzdem war die Aussicht magisch.

Wer mich kennt, weiss ja wahrscheinlich auch das ich nicht unbedingt ein Frühaufsteher bin. Umso schöner ist es, wenn ich den inneren Schweinehund überwinden kann um den Sonnenaufgang zu beobachten. An einem milden Oktobermorgen klingelte mein Wecker um 6:00. Wir lagen im idyllischen Hafen Cala Gavetta auf der Insel La Maddalena. Nicht allzu weit weg vom Hafen gibt’s ein Hügel mit einem Kreuz oben. Ein toller Aussichtspunkt dachte ich mir. Ich kochte eine Kanne Tee, packte eine Schmusedecke ein und wanderte in der Dunkelheit da hoch. Unten im Hafen waren einige Fischer bereits wach und tranken Kaffe, sonst war die Stadt Menschenleer.
Für mich ist die schönste Zeit kurz VOR der Sonnenaufgang, wo es noch dunkel ist, wo die Luft fast zu zittern scheint in die Vorfreude auf das Licht. Alles ist ruhig, die Welt schläft. Herrlich. Vielleicht sollte ich doch öfter früher aufstehen!

Allerdings muss ich ja zugeben – die Überführungen sind ja meine Lieblingstörns! Das Tag- und Nachtsegeln, Sterne, Mondaufgänge und immer neue Ziele finde ich souverän. Ola und ich sind dieses Jahr von Sardinien alleine nach Mallorca rübergesegelt. Wir hatten einen perfekten halben Wind, es war noch warm und mild und irgendwie war alles so richtig perfekt. Die Naturerlebnisse haben nicht gefehlt und wir wurden unterwegs mehrmals von Delfinen begleitet. Es spielt keine Rolle wie häufig man Delfine sieht, es ist jedes mal was besonderes!

Auch die Strecke von Barbate nach Lanzarote war fantastisch. Das Wetter spielte mit, keine böse Überraschungen. Ola und ich haben für uns Hörbücher entdeckt und haben die Wachen mit Horrorgeschichten von Stephen King bereichert. Bei gutem Wetter spricht ja auch nichts dagegen sich unten im Pantry auszutoben, also haben wir dazu noch gutes Essen gehabt.

Ende November kamen wir wieder „Zuhause“ an. Marina Rubicon, Lanzarote. Viele Gäste haben Ola und mich als Vagabonden bezeichnet, aber wenn es ein Ort auf dieser Welt gibt, was für mich wie ein Zuhause ist, ist es hier.

Kurz vorm Jahreswechsel haben wir hier was außergewöhnliches erlebt. Wir sind von La Graciosa, die kleinste Insel der Kanaren, nach Süden Richtung Rubicon gesegelt, diesmal auf der Nordseite. Normalerweise hat man hier mit ordentlich Welle zu rechnen, aber da der Wind fast eine Woche lang aus Ost blies, war es hier ruhig. Es war wieder ein herrlicher Tag. Kurz vor 9:00 haben wir die Leinen gelöst und sind mit einem sehr schnellen Raumen Kurs sehr gut voran gekommen. Die Sonne schien, es war warm und die Stimmung an Bord war top! In dem Moment habe ich mir nichts mehr gewünscht. Ein Geschenk bekamen wir trotzdem. Auf unsere Backbordseite war ein Blas zu sehen! Ein Wal! Er schwamm auf uns zu und kam immer näher und näher. Er tauchte einmal unters Schiff durch und tauchte ca 20m, vielleicht sogar noch näher, wieder auf unsere Steuerbordseite auf! SO NAH! Begeleitet wurde er von einer kleinen Schule große Tümmler. Es war wirklich atemberaubend! Das hat mich so viel Kraft und Energie gegeben und ich bin unendlich dankbar sowas erlebt zu haben.

2020 scheint aber nicht weniger spannend zu werden.

Ab Mai probieren wir was Neues aus. Statt den langen Weg nach Sardinien segeln wir nach Portugal, genauer gesagt nach Algarve. Von anderen Mitseglern haben wir darüber nur gutes gehört. Es soll extrem schön sein und ich freue mich total auf die neue Eindrücke und Erlebnisse!!

– Eure Sara

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